Qualitätssicherungsvereinbarung

Die Qualitätsrichtlinie für Lieferanten


Übersicht

1. Ver­ein­ba­rungs­ge­gen­stand7. Rück­ver­folg­bar­keit13. Ge­heim­hal­tung
2. Grund­sät­ze der Zu­sam­men­ar­beit8. Wa­ren­ein­gangs­prü­fung 14. Pro­dukt­schutz, Ur­he­ber­rechts­schutz
3. Spe­zi­fi­ka­ti­on9. Be­an­stan­dung 8D- Re­port   15. Ver­ein­ba­rungs­lauf­zeit
4. Qua­li­täts­ma­nage­ment­sys­tem10. Ge­währ­leis­tung16. Hö­he­re Ge­walt
5. Lie­fer­ver­zug11. Haf­tung17. Über­tra­gung von Rech­ten und Pflich­ten
6. Ver­pa­ckung 12. Er­satz­tei­le18. Kon­flikt­mi­ne­ra­li­en
19. Ab­schlie­ßen­de Ver­ein­ba­run­gen

1. Ver­ein­ba­rungs­ge­gen­stand

1.1. Der Lie­fe­rant* ver­pflich­tet sich, alle von der KTS Hengst­ber­ger GmbH* in den je­weils gül­ti­gen Be­stel­lun­gen be­auf­trag­ten Pro­duk­te zu den Be­din­gun­gen die­ser Qua­li­täts­si­che­rungs­ver­ein­ba­rung und den er­gän­zen­den Ver­ein­ba­run­gen zu lie­fern, wel­che Be­stand­teil die­ser Qua­li­täts­si­che­rungs­ver­ein­ba­rung sind.
(*Lie­fe­rant , ab hier AN = Auf­trag­neh­mer, *KTS HENGSTBERGER GMBH, ab hier AG = Auf­trag­ge­ber)

2. Grund­sät­ze der Zu­sam­men­ar­beit

2.1. Der AN hat den AG im Ver­lauf der Gül­tig­keit die­ser Qua­li­täts­si­che­rungs­ver­ein­ba­rung zu je­der Zeit auf Un­stim­mig­kei­ten oder Be­den­ken be­züg­lich der Durch­füh­rung auf­merk­sam zu ma­chen.
Hier­zu ge­hö­ren ins­be­son­de­re fol­gen­de Sach­ver­hal­te:

• Ein­deu­tig­keit der Spe­zi­fi­ka­ti­on
• Her­stell­bar­keit des Pro­duk­tes, un­ter Be­rück­sich­ti­gung der beim AN vor­han­de­nen Fer­ti­gungs­tech­no­lo­gi­en und der Pro­zess­si­cher­heit
• Ein­hal­tung der lo­gis­ti­schen Vor­ga­ben, ein­schließ­lich der Lie­fer­ter­mi­ne und Lie­fer­men­gen, un­ter Be­rück­sich­ti­gung der Ma­te­ri­al- und Ka­pa­zi­täts­ver­füg­bar­keit
• Neu­ent­wick­lun­gen
• Ver­än­de­run­gen und/oder Weg­fall von Fer­ti­gungs­tech­no­lo­gi­en und Fer­ti­gungs­or­ten

2.2. So­fern der AN Be­den­ken und/oder Un­stim­mig­kei­ten gem. Pkt. 2.1 an­ge­mel­det hat, ist im Rah­men der wei­te­ren Durch­füh­rung der Ver­ein­ba­rung eine schrift­lich do­ku­men­tier­te Neu­re­ge­lung her­bei­zu­füh­ren.

3. Spe­zi­fi­ka­ti­on

3.1. Der AN ver­pflich­tet sich, im Rah­men der Be­auf­tra­gung, je­weils sei­ne ak­tu­el­len voll­stän­di­gen Spe­zi­fi­ka­tio­nen zur Ver­fü­gung zu stel­len. Vor Frei­ga­be des Pro­duk­tes hat eine Erst­mus­ter­prü­fung zu er­fol­gen. Das Erst­mus­ter ist Ei­gen­tum des AG.

3.2. Die Erst­be­mus­te­rung dient zur Frei­ga­be vor der Se­ri­en­fer­ti­gung, wie sie ge­mäß Zeich­nung und Spe­zi­fi­ka­ti­on zwi­schen der AG und dem AN ver­ein­bart wur­de. Erst­mus­ter sind die Pro­duk­te, die be­reits voll­stän­dig mit se­ri­en­mä­ßi­gen Be­triebs­mit­teln, un­ter se­ri­en­mä­ßi­gen Be­din­gun­gen her­ge­stellt wer­den.

3.3. Der AN hat den AG auf jede Än­de­rung in sei­nen Pro­duk­ten hin­zu­wei­sen, wel­che zu Ab­wei­chun­gen von der ver­ein­bar­ten Spe­zi­fi­ka­ti­on füh­ren. Das gilt auch für Ab­wei­chun­gen, die trotz Ein­hal­tung der ver­ein­bar­ten Spe­zi­fi­ka­ti­on Aus­wir­kun­gen auf Funk­ti­on oder Halt­bar­keit in­ner­halb des vom AG daraus/damit her­ge­stell­ten End­pro­duk­tes ha­ben kön­nen.
Bei Än­de­rung des Pro­duk­tes ist der AN ver­pflich­tet, eine Erst­mus­ter­prü­fung und er­neu­te Frei­ga­be beim AG ein­zu­ho­len.

In fol­gen­den Fäl­len muss die Ver­än­de­rung durch den AN an­ge­zeigt und eine Erst­be­mus­te­rung beim AG ein­ge­holt wer­den:

• Neu­es Pro­dukt
• Än­de­run­gen am Pro­dukt­de­sign
• Än­de­run­gen am Ma­te­ri­al
• Än­de­run­gen an den In­halts­stof­fen
• Ein­satz neu­er Un­ter­lie­fe­ran­ten

Bei den nach­ste­hen­den Punk­ten muss der AN in je­dem Fall den AG in­for­mie­ren:

• Än­de­run­gen am Pro­dukt­her­stel­lungs­pro­zess
• Ver­la­ge­rung des Pro­duk­ti­ons­stand­orts

3.4. Die vom AN an den AG zu lie­fern­den Pro­duk­te müs­sen die ver­ein­bar­te Be­schaf­fen­heit auf­wei­sen und über die ge­for­der­ten Ei­gen­schaf­ten ver­fü­gen.
Die Spe­zi­fi­ka­ti­on er­folgt ge­ge­be­nen­falls auf­grund der durch den AN für je­des Pro­dukt zu er­brin­gen­den Do­ku­men­ta­ti­on – z.B.:

• Da­ten­blät­ter
• Zeich­nun­gen
• Be­triebs­an­lei­tung
• 3D-Da­ten, für So­lid­Works ge­eig­net
• Si­cher­heits­da­ten­blät­ter für das Ma­te­ri­al
• Ge­fah­ren­stoff­hin­wei­se
• Ent­sor­gungs­maß­nah­men
• Trans­port­vor­schrif­ten
• Ver­pa­ckungs­vor­schrif­ten
• Auf­stel­lungs­an­lei­tung
• Ver­ar­bei­tungs­richt­li­ni­en und Nor­men
• Hin­wei­se auf even­tu­el­le Ri­si­ken udgl.
• Be­die­nungs­an­lei­tung
• War­tungs­an­wei­sung
• In­stand­set­zungs­an­wei­sung

Die Frei­ga­be durch den AG ist Vor­be­din­gung für die Fer­ti­gung und Lie­fe­rung des Pro­dukts!

3.5. Grund­sätz­lich wird ein vom AG be­auf­trag­tes Teil oder Pro­dukt nach Pro­duk­tän­de­run­gen durch den AN wie ein neu­es Pro­jekt be­trach­tet.

So­mit wird durch sol­che Än­de­run­gen auch au­to­ma­tisch ein er­neu­ter FMEA-Pro­zess er­for­der­lich. Der AG ist in je­dem Fall über sol­che Än­de­run­gen zu in­for­mie­ren.

Wei­ter­hin muss der AN dem AG um­ge­hend die er­neu­te Erst­be­mus­te­rung er­mög­li­chen. Ab­wei­chun­gen hier­von sind im Son­der­fall schrift­lich mit AG zu ver­ein­ba­ren.

4. Qua­li­täts­ma­nage­ment­sys­tem

4.1. Der AN ar­bei­tet be­reits zer­ti­fi­ziert auf Ba­sis ei­nes an­er­kann­ten QM-Sys­tems wie der DIN EN ISO 9001, der DIN EN ISO 14001 oder an­de­ren, gleich­wer­ti­gen oder dar­über hin­aus­ge­hen­den Re­gel­wer­ken. Er be­dient sich die­ser Werk­zeu­ge zur Über­wa­chung des Her­stel­lungs­pro­zes­ses, um die vom AG be­stell­ten Pro­duk­te re­gel­ge­recht zu ent­wi­ckeln, her­zu­stel­len und zu prü­fen.
Der AN ver­pflich­tet sich, die Art, den Um­fang und die Wirk­sam­keit sei­nes Qua­li­täts­ma­nage­ment­sys­tems ge­gen­über dem AG auf Ver­lan­gen nach­zu­wei­sen.

Der AN stellt si­cher, dass die Pro­duk­te der ver­ein­bar­ten Spe­zi­fi­ka­ti­on ent­spre­chen.
Er wird je­weils un­ver­züg­lich prü­fen, ob eine vom AG vor­ge­leg­te Be­schrei­bung of­fen­sicht­lich feh­ler­haft, un­klar, un­voll­stän­dig oder of­fen­sicht­lich ab­wei­chend ist. Er­kennt der AN dass dies der Fall ist, wird er den AG un­ver­züg­lich schrift­lich ver­stän­di­gen.

4.2. Punkt 4.1. er­wei­ternd räumt der AN dem AG die Über­prü­fung der Fer­ti­gungs­pro­zes­se und die Ein­hal­tung sei­nes Qua­li­täts­ma­nage­ment­sys­tems ein.

4.3. Der AN ver­pflich­tet sich auch die Qua­li­tät der Vor­lie­fe­run­gen sei­ner ei­ge­nen Zu­lie­fe­rer si­cher­zu­stel­len.

4.4. Der AN ge­währt dem AG Ein­sicht in sei­ne Do­ku­men­ta­ti­on zur Durch­füh­rung von Qua­li­täts­si­che­rungs­maß­nah­men. Der AG er­hält auf Wunsch also Zu­griff auf die für ihn und sei­ne Be­stel­lun­gen re­le­van­ten Mess­wer­te, Prüf­ergeb­nis­se und Auf­zeich­nun­gen..

5. Lie­fer­ver­zug

5.1. In der Be­stel­lung sind Lie­fer­ort und Ter­min er­sicht­lich.

5.2. Der Ge­fah­ren­über­gang er­folgt bei der Ab­nah­me

5.3. Die in der Be­stel­lung ent­hal­te­nen und vom AG be­stä­tig­ten Lie­fer­ter­mi­ne sind ver­bind­lich und lö­sen ohne wei­te­re Mah­nung den zeit­li­chen Ver­zug aus.
Wird eine Lie­fe­rung oder Leis­tung als nicht ver­trags­ge­mäß be­an­stan­det (Män­gel­rü­ge), gilt die Lie­fe­rung oder Leis­tung bis zur Her­stel­lung des ver­trags­ge­mä­ßen Zu­stan­des als nicht er­bracht

5.4. Wird der ver­ein­bar­te Lie­fer­ter­min aus ei­nem vom AN zu ver­tre­ten­den Um­stand nicht ein­ge­hal­ten, ist der AN dem AG zum Er­satz des Scha­dens durch Ver­zug ver­pflich­tet.
Die An­nah­me ei­ner ver­spä­te­ten Lie­fe­rung oder Leis­tung ist nicht gleich­be­deu­tend mit ei­nem Ver­zicht auf wei­ter­ge­hen­de An­sprü­che aus der Ver­spä­tung.
Vor­aus­seh­ba­re Lie­fer­ver­zö­ge­run­gen müs­sen vom AN früh­zei­tig, spä­tes­tens je­doch zwei Wo­chen vor Be­ginn der Lie­fer­ver­zö­ge­rung ge­mel­det wer­den.
Bei früh­zei­ti­ger An­kün­di­gung kann der Kun­de even­tu­ell noch kos­ten­güns­tig re­agie­ren.

5.5. Bei Lie­fer­ver­zug kann der AG, eine Ver­trags­stra­fe in Höhe von 0,5% je Wo­che, bzw. von ma­xi­mal 5% des Werts des rück­stän­di­gen Teils der Lie­fe­rung oder Leis­tung ein­for­dern.
Dies er­folgt un­ter Be­rück­sich­ti­gung und An­rech­nung evtl. dar­über hin­aus­ge­hen­der Scha­dens­er­satz­for­de­run­gen. Im Üb­ri­gen gilt § 340 BGB.

5.6. Bei An­nah­me ver­früh­ter Lie­fe­run­gen rich­tet sich die Fäl­lig­keit nach dem ver­ein­bar­ten Lie­fer­ter­min.

5.7. Der AN be­treibt kei­ne Be­lie­fe­rung oder Han­dels­ge­schäf­te an/mit Kun­den des AG mit den Pro­duk­ten des AG.

5.8. Der AN ist wei­ter­hin ver­pflich­tet, bei sämt­li­chen An­fra­gen drit­ter Par­tei­en, wel­che die Pro­duk­te des AG be­tref­fen, zu­erst Rück­spra­che mit dem AG zu hal­ten.
Im Fal­le ei­ner Miss­ach­tung die­ser Maß­ga­be durch den AN ist der AG be­rech­tigt, Er­satz min­des­tens in Höhe des ent­stan­de­nen Scha­dens zu ver­lan­gen.

6. Ver­pa­ckung

6.1. Der AN ist ver­pflich­tet, die Pro­duk­te sorg­sam zu be­han­deln und vor Be­schä­di­gung si­cher zu schüt­zen.

6.2. Der AN sorgt für ge­eig­ne­te Ver­pa­ckun­gen, wel­che den ak­tu­el­len Si­cher­heits- und Um­welt­vor­schrif­ten ent­spre­chen. Die Ver­pa­ckung muss die Pro­duk­te vor Feuch­tig­keit, Kor­ro­si­on, Be­schä­di­gung und Ver­schmut­zung schüt­zen.

6.3. Der AN ist grund­sätz­lich ver­pflich­tet, alle Ver­pa­ckun­gen und Pro­dukt­auf­kle­ber neu­tral zu hal­ten. Da­ne­ben muss er über die Art ei­ner et­wai­gen Be­schrif­tung vor de­ren Ver­wen­dung Rück­spra­che mit dem AG hal­ten.

7. Rück­ver­folg­bar­keit

Der AN hat ein be­reits Sys­tem – oder führt ein sol­ches ein – das lü­cken­los, die Rück­ver­fol­gung der ge­lie­fer­ten Pro­duk­te über 5 Jah­re er­mög­licht.

Die wich­tigs­ten Eck­da­ten sind:

• Lie­fer­da­ten
• Prüf­un­ter­la­gen
• Prüf­sta­tus
• Aus­lie­fe­rungs­zu­stand
• Ver­pa­ckungs­art

8. Wa­ren­ein­gangs­prü­fung

8.1. Der AG be­schränkt die Wa­ren­ein­gangs­prü­fung für Lie­fe­run­gen vom AN auf die Fest­stel­lung von Men­ge und Iden­ti­tät der be­stell­ten Pro­duk­te, so­wie von Trans­port- und Ver­pa­ckungs­schä­den. Da­bei auf­tre­ten­de Be­an­stan­dun­gen wer­den un­ver­züg­lich nach der Fest­stel­lung an­ge­zeigt.

8.2. Die ge­lie­fer­ten Pro­duk­te wer­den fer­ti­gungs­be­glei­tend teil­wei­se ein bis zwei Jah­re nach der Lie­fe­rung über­prüft. Da­bei er­kann­te Män­gel wer­den un­ver­züg­lich nach ih­rer Fest­stel­lung dem AN schrift­lich an­ge­zeigt. In­so­weit ver­zich­tet der AN auf den Ein­wand der ver­spä­te­ten Män­gel­rü­ge.
Als Ori­en­tie­rung die­nen hier­für Pro­jek­te in der Öl- und Gas-In­dus­trie, die­se kön­nen eine Lauf­zeit von mehr als drei Jah­re ha­ben.

9. Be­an­stan­dung – 8D-Re­port

9.1. Ist ein ge­lie­fer­tes Pro­dukt feh­ler­haft, wird dies dem AN schrift­lich mit­ge­teilt und das Fer­ti­gungs­los (im Ein­zel­fall nur die je­wei­lig be­an­stan­de­ten Pro­duk­te) zu­rück­ge­schickt.
Der AN hat hier­zu un­ver­züg­lich Stel­lung zu neh­men. Die Stel­lung­nah­me muss fol­gen­des be­inhal­ten:

• Stück­zahl und Los­num­mern des von die­ser Ab­wei­chung be­trof­fe­nen Pro­duk­tes
• Mög­li­che Fol­gen für die Wei­ter­ver­ar­bei­tung, beim End­kun­den
• Zeit­an­ga­be, wann mit der nächs­ten feh­ler­frei­en Lie­fe­rung ge­rech­net wer­den kann

Der 8D-Re­port ist ein zwin­gen­der Ab­lauf, des­sen Er­geb­nis­se dem AG zu­ge­stellt wer­den müs­sen.

9.2. Der AN muss schnellst­mög­lich eine Er­satz­lie­fe­rung ohne Gel­tend­ma­chung er­höh­ter Trans­port­kos­ten leis­ten

9.3. Dem AN wird, so­weit zu­mut­bar, Ge­le­gen­heit zur Aus­sor­tie­rung, Nach­bes­se­rung oder Nach­lie­fe­rung ge­ge­ben. Er­for­dern die Pro­duk­ti­ons­ab­läu­fe ein sehr schnel­les Ein­grei­fen, kann der AG das Aus­sor­tie­ren oder die Nach­bes­se­rung selbst vor­neh­men, bzw. dies durch ei­nen Drit­ten aus­füh­ren las­sen. Das Er­geb­nis wird dem AN vor­ab schrift­lich mit­ge­teilt. Die hier­durch ent­ste­hen­den Kos­ten trägt der AN.

Aus sol­chen Sor­tier­leis­tun­gen kann der AN kei­ne Ent­las­tung sei­ner­seits für die Haf­tung von wei­te­ren ver­deck­ten Män­geln ab­lei­ten.

9.4. Der AG kann fol­gen­de Kos­ten­pau­scha­len im Be­an­stan­dungs­fall zur Be­rech­nung brin­gen:

Pau­schal­be­trag „Re­kla­ma­ti­ons-/Prüf­kos­ten pro Be­an­stan­dung“95,- €
Prüf­be­richt (PB)65,- € / PB
Rück­trans­port zum AN Trans­port un­frei
Ar­beits­stun­den nach Auf­wand 65,- €/h
Wie­der­hol­tes (PPAP) Pro­duk­ti­ons­tei­le-Ab­nah­me­ver­fah­ren
(Erst­be­mus­te­rung) oder PPF
95,- €/h
10. Ge­währ­leis­tung

10.1. So­weit nach­fol­gend nicht ab­wei­chend ge­re­gelt, gel­ten die ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen.

10.2. Der AN leis­tet Ge­währ für die Güte der Aus­füh­rung und des ver­wen­de­ten Ma­te­ri­als, so­wie der zweck­ent­spre­chen­den Kon­struk­ti­on der Pro­duk­te und für die Ein­hal­tung der Spe­zi­fi­ka­ti­on.
Der AN si­chert zu, dass die Tei­le feh­ler­frei, voll funk­ti­ons­fä­hig und für die be­kann­ten Ein­satz­ge­bie­te ge­eig­net sind. So­fern die Spe­zi­fi­ka­ti­on kei­ne ab­wei­chen­den An­for­de­run­gen er­hält, ha­ben die Pro­duk­te dem Stand der Tech­nik zu ent­spre­chen

10.3. Tritt wäh­rend der Ge­währ­leis­tungs­frist ein Man­gel oder Scha­den im Feld auf, so wird ver­ein­bart, dass der AG alle not­wen­di­gen Re­pa­ra­tu­ren selbst oder durch Drit­te durch­füh­ren lässt und dass die hier­durch ent­ste­hen­den Kos­ten vom AN ge­tra­gen wer­den – so­fern er den Man­gel zu ver­tre­ten hat.
Die­se Kos­ten sind: Ma­te­ri­al-, Lohn-, Trans­port-, Rei­se-, Aus­bau-, Ein­bau-, Rei­ni­gungs- und Ent­sor­gungs­kos­ten so­wie even­tu­el­le Rechts­an­walts­kos­ten und Scha­dens­er­satz­an­sprü­che Drit­ter.

Dies gilt für das Auf­tre­ten ei­nes Man­gels im Feld, wel­cher in­ner­halb von 24 Mo­na­ten ab Aus­lie­fe­rung des End­pro­duk­tes durch der AG an den End­kun­den, längs­tens je­doch 30 Mo­na­te seit An­lie­fe­rung beim AG durch den AN (Da­tum auf dem Lie­fer­scheins bei der An­nah­me) ent­deckt und an­ge­zeigt wird. Die Ver­jäh­rungs­frist für die An­sprü­che des AG be­trägt 36 Mo­na­te nach ent­spre­chen­der An­zei­ge des AG beim AN.

10.4. Für Nach­bes­se­rung und Er­satz­lie­fe­run­gen gel­ten die vor­ge­nann­ten Ge­währ­leis­tungs­fris­ten er­neut und zwar ge­rech­net ab dem Da­tum der An­lie­fe­rung beim AG.

10.5. Der AN ga­ran­tiert, dass die Pro­duk­te den Si­cher­heits- und Ab­nah­me­vor­schrif­ten der Be­hör­den, Fach­ver­bän­de und Or­ga­ne der­je­ni­gen Staa­ten ent­spre­chen, in wel­che die je­wei­li­gen Ver­trags­wa­ren ge­lie­fert wer­den. Falls er­for­der­lich, hat der AN ent­spre­chen­de In­for­ma­tio­nen selbst zu be­schaf­fen, hier­bei wird der AG im Rah­men sei­ner Mög­lich­kei­ten Un­ter­stüt­zung leis­ten.

10.6. Im Fal­le von Se­ri­en­feh­lern aus Grün­den die der AN zu ver­tre­ten hat (Feh­ler­quo­te > 5% der im Markt be­find­li­chen Bau­tei­le, be­zo­gen auf die mit dem Scha­den be­haf­te­ten Bau­tei­le ei­ner Se­rie), ist der AG be­rech­tigt, eine vor­beu­gen­de Nach­bes­se­rung be­reits ge­lie­fer­ter Pro­duk­te durch­zu­füh­ren. Der AN hat die hier­durch ent­ste­hen­den Ma­te­ri­al-, Lohn- und dar­über hin­aus­ge­hen­den Kos­ten zu tra­gen.

So­fern sich aus den Män­geln eine Ge­fahr für Leib und Le­ben für Per­so­nen oder Sa­chen von be­deu­ten­dem Wert er­gibt, ist der AG be­rech­tigt, die er­for­der­li­chen Maß­nah­men nach ei­ge­ner Ein­schät­zung ein­zu­lei­ten.

10.7 Im Rah­men der Ge­währ­leis­tungs­ab­wick­lung sind Be­fun­dun­gen durch den AN not­wen­dig.
Der AN ver­pflich­tet sich, eine Schadtei­lana­ly­se für die Ware bin­nen 10 Ta­gen nach Über­mitt­lung ei­nes 8D-Re­ports durch­zu­füh­ren. Eine Schadteil­rück­sen­dung kann hier­für an­ge­for­dert wer­den.
Für Feld­ware ist eine Be­fun­dung bin­nen 30 Ta­gen nach Über­mitt­lung durch den AG vom AN durch­zu­füh­ren. Soll­ten die ge­nann­ten Fris­ten nicht ein­ge­hal­ten wer­den, gilt der Ge­währ­leis­tungs­an­trag des AG als vom AN an­er­kannt. Be­fun­dun­gen wer­den durch den AN kos­ten­frei durch­ge­führt.

10.8 Eine Ent­sor­gung der Be­fun­dungs­tei­le kann der AN nur nach vor­he­ri­ger schrift­li­cher Frei­ga­be durch den AG durch­füh­ren. Die Auf­be­wah­rungs­frist für den AN be­trägt je­doch ma­xi­mal 3 Mo­na­te.

11. Haf­tung

11.1. Der AN haf­tet da­für, dass die Pro­duk­te, so­fern sie auf­grund ei­ge­ner Kon­struk­ti­on des AN her­ge­stellt wur­den, kei­ne Pa­ten­te oder sons­ti­gen ge­werb­li­chen Schutz­rech­te Drit­ter ver­let­zen.
Der AN stellt den AG von al­len For­de­run­gen und Kos­ten frei, die aus der Ver­let­zung von Pa­ten­ten und sons­ti­gen ge­werb­li­chen Schutz­rech­ten durch die Ver­wen­dung sei­ner Pro­duk­te re­sul­tie­ren.

11.2. Wird der AG we­gen Pro­dukt­haf­tung in An­spruch ge­nom­men und ist hier­für das vom AN stam­men­de Pro­dukt ur­säch­lich, so stellt der AN den AG im In­nen­ver­hält­nis von al­len dar­aus re­sul­tie­ren­den For­de­run­gen frei.

11.3. Der AN ist ver­pflich­tet, ei­nen aus­rei­chen­den Ver­si­che­rungs­schutz ge­gen Pro­dukt­haf­tungs­ri­si­ken zu un­ter­hal­ten. Ein ent­spre­chen­der Nach­weis ist dem AG auf Ver­lan­gen vor­zu­le­gen.

11.4. Wird ein Feh­ler an den Pro­duk­ten des AN (gleich oder im Nach­hin­ein) ent­deckt, der ei­nen Pro­dukt­haf­tungs­an­spruch aus­lö­sen könn­te, sind die Par­tei­en ver­pflich­tet, so­fort über wei­te­re Maß­nah­men zu be­ra­ten. Soll­ten Rück­ruf­ak­tio­nen für die be­trof­fe­nen Pro­duk­te ver­ein­bart wer­den, so ist der AN ver­pflich­tet, die not­wen­di­ge An­zahl von Er­satz- und Aus­tausch­tei­len be­reit zu hal­ten.
Die Kos­ten ei­ner sol­chen Rück­ruf­ak­ti­on hat der AN zu tra­gen, so­fern er den Man­gel, der zur Rück­ruf­ak­ti­on führ­te, zu ver­tre­ten hat.

11.5. Der AN ist ver­pflich­tet, sein Pro­dukt im Hin­blick auf sein Ver­hal­ten im Markt un­ter dem Blick­win­kel mög­li­cher Ge­fähr­dung zu be­ob­ach­ten. Er ist wei­ter ver­pflich­tet den AG um­ge­hend zu un­ter­rich­ten, wenn Er­kennt­nis­se vor­lie­gen, nach de­nen eine Ge­fähr­dung von Per­so­nen und Sa­chen auf­grund des täg­li­chen Um­gangs mit dem Pro­dukt nicht aus­ge­schlos­sen er­schei­nen. (Pro­dukt­be­ob­ach­tungs­pflicht)

12. Er­satz­tei­le

12.1. Der AN ver­pflich­tet sich im An­schluss an die Se­ri­en­lie­fe­rung, den AG wei­ter­hin mit den be­stell­ten Pro­duk­ten zur Her­stel­lung von Er­satz­tei­len für den Kun­den des AG zu be­lie­fern.
Wenn nicht vom AG an­ders vor­ge­ge­ben, be­steht die­se Lie­fer­ver­pflich­tung für ei­nen Zeit­raum von 15 Ka­len­der­jah­ren ab Mit­tei­lung des AG über die Ein­stel­lung der Se­ri­en­pro­duk­ti­on.
Für die Lie­fe­rung von Er­satz­tei­len ent­spre­chend der vor­ste­hen­den Be­stim­mung gel­ten die Qua­li­täts­an­for­de­run­gen und ver­ein­bar­ten Spe­zi­fi­ka­tio­nen un­ein­ge­schränkt wei­ter.

13. Ge­heim­hal­tung

13.1. Die Par­tei­en ver­ein­ba­ren, sämt­li­che in die­sem und durch die­ses Ver­hält­nis be­kannt ge­wor­de­ne In­for­ma­tio­nen ver­trau­lich zu be­han­deln und nicht an Drit­te wei­ter­zu­ge­ben. Die­se Ver­pflich­tung gilt auch für die Mit­ar­bei­ter der Ver­ein­ba­rungs­par­tei­en, wel­che in die­se Ver­ein­ba­rung di­rekt oder in­di­rekt ein­ge­bun­den sind oder die von den In­for­ma­tio­nen in­ner­halb des Ge­schäfts­flus­ses Kennt­nis er­hal­ten.

13.2. Die Ge­heim­hal­tungs­pflicht be­steht auch nach Be­en­di­gung der Ver­ein­ba­rung fort.

13.3. Alle im Zu­sam­men­hang mit ei­nem Auftrag/Projekt des AG vom AN er­stell­ten oder vom AG über­nom­me­nen Un­ter­la­gen, Da­ten und In­for­ma­tio­nen dür­fen vom AN we­der in iden­ti­scher, noch in ab­ge­wan­del­ter Form, ganz oder teil­wei­se zu an­de­ren als dem Ver­ein­ba­rungs­zweck ver­wer­tet wer­den.
Sie dür­fen vom AN we­der an Drit­te wei­ter­ge­ge­ben, noch für ei­ge­ne ge­werb­li­che Zwe­cke oder für an­de­re Auf­trag­ge­ber be­nutzt wer­den, es sei denn, dass die schrift­li­che Zu­stim­mung des AG vor­liegt.
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14. Pro­dukt­schutz, Ur­he­ber­rechts­schutz

14.1. Punkt 13. er­wei­ternd, un­ter­lie­gen alle Pro­duk­te die nach Plä­nen, Zeich­nun­gen oder an­de­ren Vor­ga­ben des AG vom AN kon­fek­tio­niert, ge­baut oder er­zeugt wer­den dem Ur­he­ber­recht und der Ge­heim­hal­tung!
Nach­bau und/oder Fremd­ver­wen­dung sind ex­pli­zit aus­ge­schlos­sen.

15. Ver­ein­ba­rungs­lauf­zeit

15.1. Die­se Qua­li­täts­si­che­rungs­ver­ein­ba­rung tritt mit der Un­ter­zeich­nung durch bei­de Par­tei­en in Kraft und läuft auf un­be­stimm­te Zeit. Der Ver­trag kann je­weils mit ei­ner Frist von 3 Mo­na­ten zum Ende des Ka­len­der­jah­res ge­kün­digt wer­den, an­dern­falls ver­län­gert er sich au­to­ma­tisch um ein Jahr.

16. Hö­he­re Ge­walt

16.1 Kei­ne Par­tei haf­tet der an­de­ren für eine Nicht­er­fül­lung oder ver­zö­ger­te Er­fül­lung, die auf Grün­den be­ruht, die au­ßer­halb des kon­trol­lier­ba­ren Be­reichs der je­wei­li­gen Par­tei lie­gen. Als sol­che Grün­de gel­ten ins­be­son­de­re Streik, Aus­sper­rung, Un­ru­hen, Brand und Na­tur­ka­ta­stro­phen. Die ver­hin­der­te Par­tei wird die an­de­re Par­tei un­ver­züg­lich über Ur­sa­che und Dau­er der Ver­zö­ge­rung oder Nicht­er­fül­lung un­ter­rich­ten und alle zu­mut­ba­ren An­stren­gun­gen un­ter­neh­men, um die Aus­wir­kun­gen der hö­he­ren Ge­walt auf die an­de­re Par­tei zu min­dern.

17. Über­tra­gung von Rech­ten und Pflich­ten

17.1. Die sich aus die­ser Qua­li­täts­si­che­rungs­ver­ein­ba­rung er­ge­ben­den Rech­te und An­sprü­che kön­nen we­der ganz, noch teil­wei­se, ohne schrift­li­che Zu­stim­mung der je­weils an­de­ren Par­tei an ei­nen Drit­ten ab­ge­tre­ten, oder über­tra­gen wer­den.

18. Kon­flikt­mi­ne­ra­li­en

18.1. Der AG ist be­strebt und ent­schlos­sen, den re­gu­la­to­ri­schen und kun­den­spe­zi­fi­schen An­for­de­run­gen hin­sicht­lich des Ver­bots und der Be­schrän­kung von Stof­fen, ein­schließ­lich ge­fähr­li­cher Stof­fe und Kon­flikt­mi­ne­ra­li­en, nach­zu­kom­men.

18.2. Um die ver­ant­wor­tungs­be­wuss­te Be­schaf­fung von Mi­ne­ra­li­en in un­se­rer Lie­fer­ket­te zu un­ter­stüt­zen, wird von den Lie­fe­ran­ten des AG er­war­tet, in Be­zug auf be­stimm­te Mi­ne­ra­li­en; na­ment­lich Zinn, Tan­tal, Wolf­ram und Gold (ein­schließ­lich ih­rer De­ri­va­te) mit Ur­sprung in der De­mo­kra­ti­schen Re­pu­blik Kon­go oder ih­ren um­lie­gen­den Län­dern, eine Lie­fer­ket­ten­re­ge­lung nebst ent­spre­chen­den Si­cher­stel­lungs- und Of­fen­le­gungs­pro­zes­sen zu be­trei­ben.

18.3. Die­se Maß­nah­men er­mög­li­chen, falls er­for­der­lich, die Durch­füh­rung

  • von an­ge­mes­se­nen Un­ter­su­chun­gen des Her­kunfts­lan­des von Kon­flikt­mi­ne­ra­li­en,
    wel­che in den an den AG ge­lie­fer­ten Pro­duk­ten ent­hal­ten sind.
  • Sie hal­ten den Lie­fe­ran­ten dazu an, sorg­fäl­ti­ge Prü­fun­gen und Über­wa­chun­gen
    (un­ter Be­zug­nah­me auf OECD/CF­SI-Leit­li­ni­en oder ähn­li­chem) im Zu­sam­men­hang mit ih­rer Lie­fer­ket­te
    zu be­trei­ben, um zu er­mit­teln, ob Kon­flikt­mi­ne­ra­li­en aus den be­tref­fen­den Län­dern di­rekt oder in­di­rekt rechts­wid­ri­gen Kon­flik­ten ent­stam­men.
  • Und sie ver­pflich­ten den Lie­fe­ran­ten dazu, dau­er­haf­te Ri­si­ko­be­wer­tun­gen und Ri­si­ko­min­de­rungs­maß­nah­men vor­zu­neh­men, die zur ver­ant­wor­tungs­be­wuss­ten Um­set­zung von Ur­sprungs­prü­fun­gen
    und der Sorg­falts­ver­fah­ren er­for­der­lich sind.
19. Ab­schlie­ßen­de Ver­ein­ba­run­gen

19.1. Die­se Qua­li­täts­si­che­rungs­ver­ein­ba­rung er­setzt alle frü­he­ren Ver­ein­ba­run­gen, die zwi­schen den Par­tei­en ge­trof­fen wur­den. Bei Wi­der­sprü­chen zwi­schen dem Text die­ser Ver­ein­ba­rung und ih­ren mit­gel­ten­den Un­ter­la­gen, gilt der Text der Qua­li­täts­si­che­rungs­ver­ein­ba­rung vor­ran­gig.

19.2. Er­fül­lungs­ort ist der Sitz des AG.

19.3. Die­se Ver­ein­ba­rung un­ter­liegt dem Recht der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land.

19.4. Als Ge­richts­stand gilt Ro­sen­heim für bei­de Tei­le als ver­ein­bart.

19.5. Er­gän­zun­gen und Än­de­run­gen die­ses Ver­tra­ges und sei­ner Be­stand­tei­le be­dür­fen für ihre Wirk­sam­keit der Schrift­form. Jede Ab­be­din­gung und/oder Än­de­rung die­ses Schrift­form­erfor­der­nis­ses be­darf eben­falls der Schrift­form.

19.6. Münd­li­che Ne­ben­ab­re­den ha­ben kei­ne recht­li­che Bin­dung.

19.7. Schrift­li­che Ne­ben­ab­re­den be­stehen zum Zeit­punkt der Un­ter­zeich­nung die­ses Ver­tra­ges nicht.

19.8. Ne­ben der Qua­li­täts­si­che­rungs­ver­ein­ba­rung be­hal­ten die all­ge­mei­ne Ge­schäfts­be­din­gun­gen, so­wie die Ein­kaufs­be­din­gun­gen und Ver­kaufs­be­din­gun­gen des AG ihre Gül­tig­keit. Der AN er­kennt die­se mit An­nah­me der Be­stel­lung an.